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Pfingsten Geburtstag der Kirche 1. Kor.2,10-16

  Liebe Gemeinde, Pfingsten: Die Kirche hat Geburtstag und Ihr seid alle eingeladen zu diesem Fest! Was bringt man da mit? Was schenkt man? Was wünscht man dem Geburtstagskind? Mutter Kirche ist ja immerhin schon mehr oder weniger 2000 Jahre alt! Von vielen schon für tot erklärt! Aber sie ist eben immer noch da. Und sie feiert immer noch. Aus den Kinderschuhen ist die Kirche raus. Die Sprache ist nicht jedem verständlich, aber das heißt nicht, dass die Kirche grau und tatterig wäre. „Ich wünsche der Kirche mehr Fröhlichkeit!“ sagt da jemand. „Ich wünsche der Kirche ein moderneres Erscheinungsbild!“ sagt jemand anderes. „Nicht so lange Predigten!“ ruft einer. „Doch!“ entgegnet jemand, „wegen der Predigt gehe ich doch in den Gottesdienst!“ „Quatsch“, sagt jemand. „Nix ändern. Hauptsache Einigkeit!“ Ich möchte entgegnen: „Das sind alles Forderungen! Ihr fordert doch bei einem Menschen auch nichts zum Geburtstag, sondern ihr wünscht jemandem etwas Gutes…“ Einer schlägt vor: ...

Exaudi: Zuhören! Predigt zu 1.Samuel 3,1-10

Samuels Berufung1 Und zu der Zeit, als der Knabe Samuel dem HERRN diente unter Eli, war des HERRN Wort selten, und es gab kaum noch Offenbarung. 2 Und es begab sich zur selben Zeit, dass Eli lag an seinem Ort, und seine Augen fingen an, schwach zu werden, sodass er nicht mehr sehen konnte. 3 Die Lampe Gottes war noch nicht verloschen. Und Samuel hatte sich gelegt im Tempel des HERRN, wo die Lade Gottes war. 4 Und der HERR rief Samuel. Er aber antwortete: Siehe, hier bin ich!, 5 und lief zu Eli und sprach: Siehe, hier bin ich! Du hast mich gerufen. Er aber sprach: Ich habe nicht gerufen; geh wieder hin und lege dich schlafen. Und er ging hin und legte sich schlafen. 6 Der HERR rief abermals: Samuel! Und Samuel stand auf und ging zu Eli und sprach: Siehe, hier bin ich! Du hast mich gerufen. Er aber sprach: Ich habe nicht gerufen, mein Sohn; geh wieder hin und lege dich schlafen. 7 Aber Samuel kannte den HERRN noch nicht, und des HERRN Wort war ihm noch nicht offenbart. 8 Und der HERR rie...

Sonntag Kantate: Singt dem Herren neue Lieder

  Sonntag Kantate: es geht um Musik. Als ich mit 6 Jahren eingeschult wurde, wurde ich wie alle Klassenkameraden zur Musikschule angemeldet. Man musste bei einem schlauen Musiklehrer irgendeinen Test machen. Alle Kinder gingen dann zur Jugendmusikschule - nur ich bekam keine Einladung. Meine Mutter fragte ganz entsetzt nach. Der Leiter der Musikschule sagte meiner Mutter dann: „Frau Wache, Ihr Sohn ist hoffnungslos unmusikalisch. Das hat keinen Zweck. Nicht jeder hat musikalische Begabung.“ Später brachte ich mir selber Gitarre und Schlagzeug bei, bekam auch Gesangsunterricht und gründete und leitete den ersten Chor in der Bundeswehr. Ich bemühte und bemühe mich nach wie vor einigermaßen passabel musikalisch zu sein. Ich will nicht sagen, dass der damalige Leiter der Musikschule keine Ahnung hatte. In seinen Ohren war ich hoffnungslos unmusikalisch. Die Frage ist aber: wer entscheidet eigentlich, was musikalisch ist und was nicht? Was ist gute Musik? Musikgeschmack kann bekanntlich...

Was uns die Schöpfungsgeschichte wirklich sagt. Predigt am Sonntag Jubilate 30.4.2023

1 1 Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde.  2 Und die Erde war wüst und leer, und Finsternis lag auf der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte über dem Wasser. 3 Und Gott  sprach: Es werde Licht! Und es ward Licht.  4 Und Gott sah, dass das Licht gut war.  26 Und Gott sprach: Lasset uns Menschen machen, ein Bild,  das uns gleich sei, die da herrschen über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und über die ganze Erde und über alles Gewürm, das auf Erden kriecht.    27 Und  Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde,  zum Bilde Gottes schuf er ihn; und  schuf sie als Mann und Frau .   28 Und Gott segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde und machet sie euch untertan und herrschet über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über alles Getier, das auf Erden kriecht.    31 Und  Gott sah an alles, was er gemacht hatte, und siehe,...

"Der gute Hirte" Predigt zu Hesekiel 34 von Prädikantin Verena Wache am 23. April 2023

  Gnade sei mit Euch und der Friede unseres Herrn Jesus Christus! Liebe Gemeinde, kein Sonntag steht wie dieser unter einem so beherrschenden Leitbild, unter dem Bild vom guten Hirten. Begonnen mit dem Psalm, den wir gebetet haben, über das Wochenlied, das eine Nachdichtung dieses Psalms ist, bis hin zu allen biblischen Texten, die für diesen Tag vorgesehen sind. Dieses Bild strahlt Geborgenheit und Zuversicht aus – trotz aller Lebenswidrigkeiten, die mit dem finsteren Tal ja auch angesprochen sind. Kein Wunder, dass sich diese Botschaft gerade an Krisen- und Weichenpunkten des Lebens immer neu bewährt und ihre Kraft unter Beweis stellt: Wie oft wird der Psalm vom guten Hirten am Grab gebetet! Oder am Krankenbett. Und mit Kindern. – Und immer zeigt er neu seine Kraft. Ja, das Bild eines Hirten und seiner Herde ist etwas so Friedliches, dass es unvorstellbar erscheint, dass er auch zu etwas anderem gebraucht werden kann, sogar zu etwas Politischem. Und doch schreibt der Prophet Hese...

Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn... Predigt 16.4.23 zu Gen. 32,23-32

  Liebe Gemeinde,   „Alles Gute wünsche ich Dir!“ Das hört man oft zum Geburtstag oder auch zur Taufe eines Kindes. Der heutige Sonntag Quasimodogeniti (wie die neuge-borenen Kindlein) ist so ein typischer Taufsonntag. „Alles Gute also zur Taufe!“ – Aber was ist das eigentlich: Dieses alles Gute? Einem Kind wünscht man nichts Schlechtes im Leben. Gesundheit und die Erfahrung von Liebe. Wenn aber Eltern versuchen ihre Kinder vor allen Infektionen und allem Schmutz zu bewahren, damit sie nicht erkranken, passiert oft das Gegenteil. Wenn keine Abwehrkräfte gebildet werden können, ist die Erkältung um so schlimmer. Was also bedeutet: Alles Gute? In unserer jeweiligen Geburtsurkunde steht nirgendwo ge-schrieben, dass im Leben immer alles glatt geht. Nie hat je-mand gesagt, dass wir von Krisen verschont bleiben werden. Gut wäre doch, wenn wir Kräfte in uns finden könnten, die uns helfen Krisen zu bewältigen; die uns befähigen, auch noch im Üblen an das Gute zu glauben. Die uns in di...