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Einer trage des anderen Last! Predigt zu Gal. 5,25 - 6,10 am Sonntag, 25.9.22

  Liebe Gemeinde, vor einigen Jahren ist die Morandi Autobahnbrücke in Genua eingestürzt. Es gab viele Tote und Verletzte. Sie haben die Bilder aus dem Fernsehen vielleicht noch vor Augen. Es wurde nach den Schuldigen gesucht. Vorverurteilungen waren schnell an der Hand. Dabei ist die Ursache für die Katastrophe noch gar nicht ausgemacht. Tatsache ist, dass die Brücke den Belastungen zu dem Zeitpunkt nicht mehr standgehalten hat. Tatsache ist auch, dass das Vertrauen der Menschen ebenfalls Risse bekommen hat.   Ich bin so manches Mal im Urlaub über diese Brücke gefahren. Immer habe ich darauf vertraut, dass das Konstrukt hält; dass Fahrbahn, Seile und Pfeiler sich gegenseitig so unterstützen, dass die Lasten getragen werden können.   Ich werde weiterhin über Brücken fahren und blind darauf vertrauen, dass es schon halten wird. Man würde ja verrückt werden, wenn man nur noch misstrauen würde. Aber mir wird auch deutlich, dass es in einem Chaos enden wird, wenn die Statik n...

Bleiben Sie zuversichtlich! Jesaja 12,1-6

Lutherbibel 2017 Jesaja 12,1-6 Das Danklied der Erlösten 1 Zu der Zeit wirst du sagen: Ich danke dir, HERR! Du bist zornig gewesen über mich. Möge dein Zorn sich abkehren, dass du mich tröstest. 2 Siehe, Gott ist mein Heil, ich bin sicher und fürchte mich nicht; denn Gott der HERR ist meine Stärke und mein Psalm und ist mein Heil. 3 Ihr werdet mit Freuden Wasser schöpfen aus den Brunnen des Heils. 4 Und ihr werdet sagen zu der Zeit: Danket dem HERRN, rufet an seinen Namen! Machet kund unter den Völkern sein Tun, verkündiget, wie sein Name so hoch ist! 5 Lobsinget dem HERRN, denn er hat sich herrlich bewiesen. Solches sei kund in allen Landen! 6 Jauchze und rühme, die du wohnst auf Zion; denn der Heilige Israels ist groß bei dir!  Liebe Gemeinde, „ und: … Bleiben Sie zuversichtlich!“ Mit diesem Mutmacher verabschiedet sich der Moderator der Tagesthemen Ingo Zamperoni immer von den Zuschauern. In einem Interview hat Zamperoni gesagt, dass das für ihn angesichts der schwierigen Nachri...

Der barmherzige Samariter Lukas 10,25-37 (mal anders)

  25 Und siehe, ein Gesetzeslehrer stand auf, um Jesus auf die Probe zu stellen, und fragte ihn: Meister, was muss ich tun, um das ewige Leben zu erben? 26 Jesus sagte zu ihm: Was steht im Gesetz geschrieben? Was liest du? 27 Er antwortete: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und deiner ganzen Seele, mit deiner ganzen Kraft und deinem ganzen Denken, und deinen Nächsten wie dich selbst. 28 Jesus sagte zu ihm: Du hast richtig geantwortet. Handle danach und du wirst leben! 29 Der Gesetzeslehrer wollte sich rechtfertigen und sagte zu Jesus: Und wer ist mein Nächster? 30 Darauf antwortete ihm Jesus: Ein Mann ging von Jerusalem nach Jericho hinab und wurde von Räubern überfallen. Sie plünderten ihn aus und schlugen ihn nieder; dann gingen sie weg und ließen ihn halbtot liegen. 31 Zufällig kam ein Priester denselben Weg herab; er sah ihn und ging vorüber. 32 Ebenso kam auch ein Levit zu der Stelle; er sah ihn und ging vorüber. 33 Ein Samariter aber, der auf d...

Predigt zum Sonntag, 4.9.22 Apostelgeschichte 9,1-19

  Liebe Gemeinde,   mein Telefon klingelt. Auf dem Display sehe ich die Vorwahl des Anrufers: 0039. Das ist nicht Spanien! Ich nehme ab. Unerwartet meldet sich eine Frau auf Spanisch. Es ginge um meinen Computer. Ich sage: „Ich brauche nichts! Ich habe auch um nichts gefragt!“ „Doch, doch!“ sagt sie. Ich lege auf und schaue unter 0039 im Internet nach. Betrug mit falscher Vorwahl lese ich da als erstes. 0039! Italien! Oder eben auch nicht? Was ist wahr? Was ist richtig? Auf wen kann man sich noch verlassen? Wo bleibt der Anstand, die Moral, wenn Fake News überall verbreitet werden und Betrug allgegenwärtig ist?   In was für einer Welt leben wir?   In welcher Welt leben wir eigentlich? Das denkt auch Saulus. Für ihn ist klar, was wahr ist: Es gibt nur einen Gott: Den Gott Israels. An seine Gebote muss man sich halten. Nur so gibt es Moral und Anstand. Sonst zerbricht das Gemeinwesen. Wer diese Wahrheit und die Ordnung stört, der muss die Strenge des Gesetzes spüren. S...

Das Wunder von der Speisung der 5000 : Predigt zu Joh.6,1-15 am 31.7.22

  Liebe Gemeinde, ein Zauberer zaubert: Er setzt sich den Zylinder auf, der anscheinend leer ist; setzt ihn auf den Kopf, nimmt ihn wieder ab, greift mit der Hand in den Zylinder und dann kommt ein Kaninchen, eine Uhr und eine Rose aus dem doch scheinbar leeren Zylinder. Ein schon bekannter Zaubertrick. Aber ich frage mich immer noch: „Wie macht der das?“  Die Ehrlichbrothers sind richtig große Zauberer. Mit dem Zylindertrick können sie kaum noch punkten. Es muss größer, spektakulärer sein, als die bisherigen Zaubertricks. Tausende kommen in ihre Shows und sind dann voller Erwartungen. Es gibt einen Hunger nach Wundern, nach Zauberei, nach dem Trick der Unlösbares löst; und dieser Hunger wird anscheinend nie satt.   Die Bücher Mose berichten schon von wundersamen Ereignissen. Das Volk Israel ist in der Wüste. Es hat Hunger. Es mault. Lieber Sklaverei als Hunger leiden. Mit Gottes Hilfe sorgt Mose dafür, dass es Wachteln und Manna regnet. Man kann fragen: Wie macht Gott da...

Abrams Segen: Predigt zu 1.Mose 12,1-4 am 17.7.2022

  Wart ihr schon einmal in Harran?   Nein? Ihr wisst nicht einmal was oder wo das ist? Harran liegt an der syrisch-türkischen Grenze im wilden Kurdistan. Harran muss man nicht kennen. Es gibt dort keinen Flughafen und keine Autobahn, es gibt keinen See oder einen Strand, kein Kino und keinen Lidl oder Aldi. Nur ein paar Ausgrabungen. Im Internet kann man bienenkorbähnliche Bauten bestaunen. Es soll auch eine Universität gegeben haben. Immerhin ist Harran wohl ein Ort, der schon vor 5000 Jahren besiedelt war. Harran liegt an alten antiken Handelswegen. Eines Tages jedenfalls hatte Terach, der Sohn von Noah, die Idee, sich eine neue Zukunft aufzubauen. Er machte sich auf aus der Stadt Ur in Babylonien. Wir wissen nicht, warum Terach auf diese Idee gekommen ist. Ur lag am Meer, etwa dort wo heute die irakische Hafenstadt Basra liegt. Ur war groß und hatte etliches zu bieten. Heute wohnen da mehr als eine Million Einwohner. Aber Terach wollte mit seiner Familie nach Kanaan. Durch ...

Jesus und die Ehebrecherin Predigt am 10.7. über Joh.8,1-11

Jesus und die Ehebrecherin Frühmorgens aber kam Jesus wieder in den Tempel, und alles Volk kam zu ihm, und er setzte sich und lehrte sie. 3 Da brachten die Schriftgelehrten und die Pharisäer eine Frau, beim Ehebruch ergriffen, und stellten sie in die Mitte 4 und sprachen zu ihm: Meister, diese Frau ist auf frischer Tat beim Ehebruch ergriffen worden. 5 Mose hat uns im Gesetz geboten, solche Frauen zu steinigen. Was sagst du? 6 Das sagten sie aber, um ihn zu versuchen, auf dass sie etwas hätten, ihn zu verklagen. Aber Jesus bückte sich nieder und schrieb mit dem Finger auf die Erde. 7 Als sie ihn nun beharrlich so fragten, richtete er sich auf und sprach zu ihnen: Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein auf sie. 8 Und er bückte sich wieder und schrieb auf die Erde. 9 Als sie das hörten, gingen sie hinaus, einer nach dem andern, die Ältesten zuerst; und Jesus blieb allein mit der Frau, die in der Mitte stand. 10 Da richtete Jesus sich auf und sprach zu ihr: Wo sind sie,...