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4.Mose 21,4-9 Predigt am Sonntag Judika 2018

Liebe Gemeinde, Endlich Urlaub! Was erwarten wir? Schönes Wetter, ein angenehmes Hotel oder eine andere gute Unterkunft. Eine Anreise ohne Verspätung und ohne Nervereien mit dem Zoll oder dem Einchecken. Keinen Streit; eine gute Reiseorganisation! Und ganz wichtig: Schmackhaftes und vielseitiges Essen. Der Urlaub ist etwas Besonderes und Kostbares! Ein bisschen Paradies, Urlaubsparadies, ein Stück Land, in dem Milch und Honig fließen, um es biblisch auszudrücken. Nach der Anreise kommt dann das erste Abendessen am Buffet: Alles ist lecker angerichtet. Man weiß gar nicht wo man zuerst zulangen soll und schaufelt sich immer zu viel hinein. Nach einer Woche, weiß man dann, wo was steht und was einem schmeckt und was weniger. Nach zwei Wochen ist das reichliche Buffet langweilig, weil man alles kennt und alles ausprobiert hat. Die Leute, mit den Badelatschen und Muskel T-Shirts im Restaurant gehen einem auf den Nerv. Und der Animateur hat auch immer die gleichen Sprüche drauf. Es wa...

wir sollen heilig sein, denn er ist heilig

Liebe Gemeinde, als Kind war ich mit meinen Eltern öfter auf Familienfreizeiten unserer Kirchengemeinde auf der Nordseeinsel Langeoog. In der dortigen Anlage gab es auch einen Ententeich. Der war umzäunt und lag etwas abseits. Auf dem Teich schwammen Enten und in der Mitte war ein buntes Entenhaus errichtet. Ich war vielleicht 8 Jahre alt. Meine Freunde und ich hatten wohl Langeweile und warfen Steine in den Teich. Irgendwann machten wir Zielwerfen. Wir peilten das Entenhaus an und trafen erstaunlich gut. Bald war das Entenhaus durchlöchert wie ein Sieb. Da merkten wir, was wir angerichtet hatten. Mit hängendem Gesicht ging ich zu meinem Vater und beich-tete. Mein Vater machte ein sehr bedenkliches Gesicht, aber anstatt zu schimpfen oder zu bestrafen schickte er mich zum Leiter des Freizeitheims. In 15 Minuten sollte ich mit meinen Freunden  da sein und dem alles erzählen. Mit dem schlech-testen Gewissen, das man haben kann, klingelten wir also bei Herrn Mummoth. Der hörte u...

Jesaja 5,1-7 Gottes Weinberg und die rote Linie am 25.2.2018 (Reminscere)

Liebe Gemeinde, Als ich in Bremen Pfarrer war, habe ich immer davon geträumt, einmal auf der Terrasse am Pfarrhaus zu sitzen - unter einer Weinlaube. Im Herbst ,so dachte ich: in goldener Oktobersonne sitze ich da und die fetten Trauben hängen über mir: Süß und saftig. Nun ist meine Heimatstadt Bremen zwar für den Ratskeller-wein berühmt, aber nicht als bevorzugte Weinlage. Aber warum soll man nicht versuchen, seinen Traum zu verwirklichen? Ich kaufte mir also zwei Rebstöcke, pflanzte diese ein. Ich düngte und lernte den Weinstock zu schneiden. Vier Jahre dauerte es, bis ich so eine Art Weinlaube hatte. Aber es be-durfte noch mehr Arbeit und noch mehr Pflege, noch mehr Aufmerksamkeit bis tatsächlich die ersten Trauben mich an-lachten. Die süßen Beeren fraßen allerdings die Vögel und die anderen, sagen wir so: die waren sehr trocken, extra brut sozusagen. Vielleicht lag es am Sandboden, mit Sicherheit an meinem Amateurwissen und das weiß ich aus meiner letzten Gemeinde in der grö...

Gott spricht: Meine Kraft vollendet sich in der Schwachheit 2.Kor.12,1-10

Liebe Gemeinde, kennen sie den? Wetteifern drei Jungs, wer den schnellsten Vater hat. Der erste sagt: „Meiner ist Jetpilot bei der Lufthansa; der fliegt in acht Stunden von New York nach Frankfurt.“ Darauf der zweite: „Meiner ist schneller. Der ist Pilot bei der Bundeswehr und fliegt in vier Stunden von Hamburg ans Nordkap und zurück.“ Darauf der dritte: „Meiner ist noch schneller. Der ist Beamter, der hat um vier Feierabend und ist schon um zwei daheim!“ Sie kennen sie, diese Witze, in denen einer besser sein will als der andere, in denen einer mehr vorzuweisen hat, stärker, besser, schöner, erfolgreicher ist als alle anderen.  - Nur in der Wirklichkeit ist das manchmal nicht witzig! In der Schule wäre ich vielleicht auch mal der Schlauste, der Lustigste, der Sportlichste gewesen. Und im Nachhinein ist es einfach nur krampfhaft gewesen, wie wir Jungen uns versucht haben zu übertrumpfen, um bei den Mädchen Anerkennung zu bekommen. Und wir haben gelitten, wenn wir dabei...

Offb.1,9-20 Sonntag 21.Januar 2018

Offenbarung 1,9-20 Liebe Gemeinde, „Lieber Gott, mach mich fromm, dass ich in den Himmel komm!“ So beteten meine Eltern mit mir abends vor dem Schlafengehen. Dieser Himmel war für mich nicht blau, sondern weiß wie eine Wolke. Und auf der Wolke war Gott. Ein weißer Mann. Gott im Himmel war gütig und milde lächelnd. Andererseits sah Gott alles. Diese Vorstellung von Gott war gut aber manchmal auch sehr eng und unangenehm. Ich wurde älter und der Blick auf die Welt war weiter. Fragen taten sich auf. Warum gibt es Unrecht? Warum Krieg? Der Himmel entfernte sich. Das Weiß des Himmels bekam Risse. Wo ist Gott? Und wie ist Gott? Es fiel mir nicht mehr so leicht zum „lieben“ Gott zu beten. Vielleicht ist Gott gar nicht lieb, sondern auch zornig? - dachte ich. Oder unheimlich? Oder so schwach, dass es klug sein könnte, vor allem dem nach zu laufen, was alle machen? Mit wenig oder gar keiner Rücksicht auf das, was uns die Bibel an christlichem Verhalten lehrt! Hauptsache ich komme g...